Monatsarchiv: August 2012

MIT-Risikomanagement vs. Krankenhaus-Haftpflichtprämie

Eigentlich wollte ich einen Beitrag schreiben, wie sich MIT-Risikomanagement senkend auf die Haftpflichtprämie der Kliniken auswirken kann. Ausgehend von einem Bericht aus dem Jahre 2008, wollte ich die aktuellen Möglichkeiten zur Prämiensenkung recherchieren. Also kontaktierte ich mehrere potentielle Versicherungen. Das Erste was ich feststellen musste – die Anzahl der Haftpflichtversicherungsanbieter für Krankenhäuser ist in den letzten Jahren deutlich gesunken. Ein Insider teilte mir mit, dass die Versicherungsgesellschaften durch die Großschadensereignisse der vergangenen Jahre selbst unter starken finanziellen Druck geraten sind. Eine Senkung der Prämien sei in dieser Situation nicht mehr drin!
Eine Information der Versicherer finde ich dennoch sehr interessant. Demnach würde ein Haftpflichtversicherer einer Klinik nicht einmal mehr ein Angebot unterbreiten, wenn diese kein Risikomanagement nachweisen könnte. Bei nicht vollständigem Risikomanagement würde sich dieses in einer höheren Prämie auswirken.
Man kann also den Kliniken nur empfehlen, auch das medizin- und informationstechnologische Risikomanagement als klinischen Prozess zu etablieren. Die Versicherer legen schon heute größten Wert darauf!
Wenn Sie erfahren möchten, wie sich ein solches MIT-Risikomanagement in Ihrer Einrichtung umsetzen können – melden Sie sich einfach und unverbindlich bei mir!

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Wird MIT die klassische Medizintechnik und Krankenhaus-IT ablösen?

In den Bereichen Medizintechnik und Krankenhaus-IT ist spürbar mehr Bewegung gekommen. Die Anfragen die wir zum Thema „MIT“ erhalten, nehmen aus dem Klinikbereich zu. Das Risikomanagement nach DIN EN 80001-1 rückt immer mehr in das Bewusstsein der Betreiber. Und viele Kongresse im Herbst haben genau das Thema „Medizintechnik & IT“ in ihren Programmen aufgenommen.

Wohin geht die Reise?

MIT ist aktuell noch ein Pionier-Thema! Da stellt sich mir natürlich die Frage, wie das Management der Kliniken auf dieses Thema antworten wird?

These: MIT wird die Medizintechnik und Krankenhaus-IT ablösen!

Bitte verstehen Sie dies als das was es ist – eine These! Das Thema ist aktuell und provokant. Weder Medizintechnik, noch Krankenhaus-IT wird dies gern hören, oder? Lassen Sie uns über das Pro und Contra diskutieren!

Ich möchte hier einige Theorien und Fakten zur Untermauerung dieser These anführen.

>>> Die Medizintechnik wird es ohne IT in der Zukunft nicht mehr geben

Andere Branchen haben es bereits vorgemacht. Es wird kein Auto oder Flugzeug mehr ohne Bordcomputer produziert. So wird es auch der Medizintechnik ergehen. Überall wo Präzision und Messwerte wichtig sind, wird IT ihren Einsatz finden. Insgesamt werden sich viele Medizinprodukte vernetzen lassen und so ganz neue Einsatzbereiche schaffen. In Österreich gibt es bereits seit 1999 den Beruf des Mechatroniker für Medizingerätetechnik. „Mechatronik ist das synergetische Zusammenwirken der Fachdisziplinen Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik. Die Besonderheit liegt darin, dass bestimmte Teile aus den genannten Bereichen zu einem neuen Gebiet verbunden werden.“ Ist dies ein Indiz für die Entwicklung der Medizingerätetechnik von der reinen Mechanik, über die unterstützende Elektronik, zur kombinierten Informationstechnologie?

>>> Die Krankenhaus-IT wird in Zukunft zu einem überwiegenden Teil aus Medizinprodukten bestehen

Der Gesetzgeber und die Normungsgremien zeigen sehr gut die Richtung, in die sich die Krankenhaus-IT bewegt. Die klassischen Aufgabenfelder dieser Abteilungen, wie  IT-Projekte, IT-Schulungen und IT-Betrieb werden zunehmend von der Medizintechnik durchdrungen .Jede IT-Lösung wird zukünftig auch durch die „Medizinprodukt-Brille“ betrachtet werden müssen. Die klinischen Softwaresysteme werden irgendwann nur noch als Medizinprodukt in den Markt gebracht. Und ich möchte behaupten, dass schon jetzt mindestens 60%  der klinischen Informationssysteme als Medizinprodukt genutzt und so in Eigenherstellung betrieben werden. Die IT-Abteilungen der Kliniken werden sich schon in Kürze in einem stark reguliertem Bereich wiederfinden, in der jede Lösung auch vom Risikomanagement, der Informationssicherheit und der Prozesswirksamkeit geprägt wird.

>>> Nur ein gesamtheitlicher Prozess erzielt optimale Ergebnisse

Prozessorientierung und Prozessoptimierung rücken schon seit einiger Zeit in den Focus des Gesundheitswesen. Nur eine ganzheitliche Betrachtung der Prozesse zeigt Störungen und Potentiale auf. Die Qualität und Sicherheit kann so deutlich erhöht werden. Und aus diesem Grund macht es keinen Sinn, das funktionale Abteilungsdenken in den Klinken weiterzuführen. Konnte sich Medizintechnik, Haustechnik und IT noch vor wenigen Jahren „sauber“ voneinander abgrenzen (Schnittstelle war oft die Steckdose), ist dies heute nicht mehr möglich. Ein medizinisches Netzwerk zeigt hier beispielsweise oft unterschiedliche Verantwortlichkeiten:

  • Netzwerkleitungen und -anschlüsse -> Haustechnik
  • aktive Netzwerkkomponenten und vernetzte Nicht-Medizinprodukte -> IT-Abteilung
  • Medizinprodukte -> Medizintechnik

Die DIN EN 80001-1 fordert hier aber eine Risikobetrachtung des gesamten medizinischen Netzwerks. Und wer ist dafür verantwortlich? Medizintechnik, Haustechnik oder IT-Abteilung? Um es richtig zu machen, wird das Knowhow aus  den Bereichen Medizintechnik, IT und klinischer Prozesse benötigt.  Das Funktionsdenken muss gegen ein Prozessdenken ausgetauscht werden! Eine gute Grundlage für einen solchen Prozess stellt der Lebenszyklus von (M)IT-Netzwerken und-Systemen dar. Er beginnt bei der Planung und endet mit der Ausmusterung der Systeme.

MT + IT = MIT ?

Ein klare Trennung beider Bereiche wird sich nur schwer realisieren lassen. Und an diese Stelle wird die MIT treten. Dafür sind verschiedene Szenarien denkbar.

  1. MIT erhält seinen Anteil (in Form eines Teilbereiches oder eigenen Stellen) in der IT-Abeilung der Kliniken.
  2. MIT erhält seinen Anteil (in Form eines Teilbereiches oder eigenen Stellen) in der Medizintechnik der Kliniken
  3. MIT wird eine eigene Abteilung (durch Integration von IT und Medizintechnik) in den Kliniken.
  4. MIT wird als externe Dienstleistung eingekauft.

Meine These – Nummer 3 und 4 werden sich durchsetzen. Nur so werden Befindlichkeiten bezüglich der Kompetenzen, Zuständigkeiten und des Abteilungsdenken überwunden werden.

Und die großen Häuser machen sich bereits auf dem Weg. In der letzten Woche hat beispielsweise die UK München den MIT-Leiter ausgeschrieben. Ich bin mir sicher, dass andere Kliniken folgen werden.

Kleinere Kliniken mit überschaubarer MT und IT werden sich eher diese Dienstleistungen einkaufen. Dies ermöglicht eine konforme Umsetzung bei gleichzeitiger Ressourcenschonung .

Wächst zusammen, was zusammen gehört?

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