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Marktübersicht: OP-Managementsysteme (OPMS)

Die Prozesse in den OPs gehören mit zu den kostenintensivsten Vorgängen in den Kliniken. Hier können Optimierungen direkten Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit dieser Bereiche nehmen. Daher entscheiden viele Kliniken, sich in der Organisation und Dokumentation von darauf spezialisierter Software unterstützen zu lassen.

Hier erhalten Sie einen aktuellen Überblick über die am deutschen Markt verfügbaren OP-Managementsysteme (OPMS). Weiterlesen

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Sensorpillen im Feldversuch

Ein Montagmorgen in einer chirurgischen Klinik. Mehrere Patienten werden für die heutigen OPs vorbereitet. Wie immer, erhalten die Patienten eine Stunde vor der OP ihre Prämedikation. Waren es früher nur Beruhigungsmittel, findet sich seit einigen Wochen eine Pille mehr im Dispenser. Diese lila Pille hat es in sich – es ist eine Sensorpille.

Equivital EQ02 Lifemonitor-Pille (Quelle: http://www.news.com.au)

Unser Patient wird im OP eingeschleust und auf dem OP-Tisch gelagert. Wurden nun früher die Sensoren für das Vitalmonitoring angebracht, ist dies heute nicht nötig. Der Anästhesist schaltet sein PDMS ein und erhält alle aktuelle Vitalwerte. Und nicht nur das, denn er kann alle Werte seit der Einnahme der Sensorpille verfolgen. So sieht er auch, dass die Prämedikation sehr gut gewirkt hat, denn die Herzfrequenz war nahezu normal. Die Sensorpille funkt kontinuierlich die Kerntemperatur und weitere wichtige Vitalwerte an einen kleinen Router im OP-Tisch, der die Informationen an die entsprechenden medizinischen Informationssysteme sendet. Damit entfallen die klassischen Kabelverbindungen  und der Patient wird lückenlos von der Prämedikation, über die OP und dem Aufwachraum, bis in die Post-OP-Phase überwacht.  Aber auch die OP-Zeiten und die Lagerung des Patienten werden so automatisch dokumentiert. Dies erhöht die Patientensicherheit und optimiert die klassischen Versorgungsprozesse.

Diese Anwendung habe ich mir nur ausgedacht. Jedoch möglich ist ein solches Szenario  schon heute. Im australischen Bundesstaat Victoria ist aktuell ein Feldversuch mit exakt solchen Sensorpillen gestartet. Dabei nehmen die Feuerwehrleute eine Pille namens EQ02 LifeMonitor der britischen Firma Equivital ein. Diese funkt danach über einen am Körper getragenen Mini-Router alle Vitalwerte an die Zentrale. Werden Werte, wie z.B. die Kerntemperatur, pathologisch, können diese Feuerwehrleute direkt aus dem Einsatz genommen werden.

Die Firma Equivital veröffentlicht auf ihrer Website eine Studie, in der ihre Sensoren bei Dialyse-Patienten zum Einsatz kamen. Folgende Daten kann der Senor heute schon gleichzeitig ausgegeben:

  • EKG
  • Herzfrequenz
  • Blutdruck
  • Atemfrequenz
  • Hauttemperatur
  • 3-Achsen-Accelerometer
  • Körperposition
  • Bewegungsstatus und Sturzalarm

Die Medizintechnik wird sich zukünftig nicht nur stärker miniaturisieren, sondern komplexer in den Funktionen und deutlich einfacher in der Anwendung werden. Darauf muss sich Medizintechnik und IT schon heute einstellen!

Quellen:
Sensorpillen überwachen Vitalwerte australischer Feuerwehrleute im Einsatz 

Website Fa. Equivital

News.com.au

Der RoboDoc als zukünftige PDMS-Erweiterung?

Was sich wie eine Geschichte aus der Zukunft anhört, wird in immer mehr Ländern (nun auch in Europa) Realität. So wurde laut BBC der erste „Robot Doctor“ auf einer Intensivstation im „Daisy Hill Hospital“ eingesetzt. Ein 25 Meilen entfernt arbeitender Intensivmediziner kann so Patienten in diesem Krankenhaus visitieren.
Die „Medical Robots“ werden wohl in Zukunft an Bedeutung zunehmen und als Medizinprodukt ein neues Spezialfeld der Medizintechnik werden.
Der RoboDoc als zukünftige PDMS-Erweiterung in deutschen Kliniken?
Bis dahin werden wohl noch einige Jahre vergehen. Aber vielleicht überzeugen ja irgendwann die europäischen Nachbarn!