Ernsthafte Konkurrenz für monolithische Krankenhaus-Informationssysteme?


Die letzten 20 Jahre der Klinik-IT waren in Deutschland durch die sogenannten monolithischen (homogenen) Krankenhaus-Informationssysteme geprägt. Lagen die Vorteile doch augenscheinlich auf der Hand:

  • ein Anbieter für die meisten klinischen Funktionen
  • ein Ansprechpartner
  • keine Schnittstellen
  • transparente Preisstrukturen
  • weniger administrativer Aufwand

Diese Versprechen erklären natürlich die Entscheidungen vieler Kliniken für solche Monolithen.

Doch keine Sonne ohne Schatten!

So hat man bei einem monolithischen System einen Anbieter für die meisten klinischen Funktionen, doch diese Funktionalitäten sind meist nicht so speziell ausgeprägt, wie es die Fachanwender häufig fordern. In der Folge sind häufig von den Kliniken doch ergänzende Fachsysteme beschafft worden, die diesen Vorteil klar aushebeln und den Betreiber unter Umständen für eine Funktionalität doppelt zahlen lassen.

Außerdem erhöht sich auch das Risiko bei einem Systemausfall (fällt das KIS aus, fallen meist alle Funktionen aus) oder gar dem Marktaustritt eines Anbieters.

Nach meinen Erfahrungen hat das Argument mit den nicht notwendigen Schnittstellen auch immer häufiger keinen Bestand mehr. Gerade in den letzten Jahren ist ein Zukauf von Fachlösungen durch die Monolithen stark zu beobachten. So manches, angeblich tief integrierte Modul weist bei näherer Betrachtung eine nur mäßige Integration auf. Dazu kommt noch der für die Betreiber schmerzliche Umstand, dass einige KIS-Anbieter durch hohe Schnittstellen-Preise und lange Umsetzungszeiten, so manches Fachsystem-Anbindungsprojekt unwirtschaftlich machen.

Nicht nur negativ!

Es soll aber auch nicht unerwähnt bleiben, dass dies nicht auf alle KIS-Anbieter zutrifft. Einige KIS-Hersteller haben gerade in den letzten 2-3 Jahren die Kooperation mit Anbietern von Best-of-Breed-Software gesucht und interessante Lösungen inklusive Schnittstellen geschaffen. Jedoch hat die Klinik dadurch kein monolithisches System mit den entsprechenden Merkmalen in Betrieb, sondern ein Mischsystem aus beiden Ansätzen.

 

Doch warum dann nicht direkt auf den Best-of-Breed-Ansatz bauen?

 

Bisher hatte der reine Best-of-Breed-Ansatz neben den Vorteilen für die Kliniken, auch entscheidende Nachteile (viele verschiedene Anbieter und Ansprechpartner, viele teure Schnittstellen) gesessen. Und genau da setzt die Idee und die Lösung des neuen Verbands „United Web Solutions for Healthcare (UWS)“ an. Darin haben sich Best-of-Breed-Anbieter zusammengeschlossen, um eine ganzheitliche Klinik-Informationssystem-Lösung, mit der notwendigen fachlichen Spezialisierung, ohne Schnittstellen-Aufwände für den Betreiber und einem Ansprechpartner für den Kunden, anzubieten.

Und damit wurde eine echte Alternative zum monolithischen KIS geboren!

Denn die Kliniken erhalten nun auf ihre funktionalen Anforderungen ein Angebot von spezialisierten Herstellern aus einer Hand. Der Kunde muss sich nicht um die Schnittstellen kümmern, da alle Verbandsmitglieder ihre Systeme untereinander tief integriert haben. Jede Funktionalität entstammt von Spezialisten dieses Fachs und wird auch fachbezogen weiterentwickelt.

Thema: regulatorische Anforderungen

Einen weiteren, nicht unwichtigen Aspekt sehe ich in den regulatorischen Anforderungen. Es gibt noch kein KIS , dass als Medizinprodukt vertrieben wird. Nach deren Definition ist es auch so, schränkt aber auch den Funktionsumfang, die diese Hersteller anbieten können, stark ein. Entscheidungsunterstützung, grafische Datenaufbereitung oder Medizingeräte-Anbindung würden das KIS schnell in Richtung Medizinprodukt und entsprechender Pflichten rücken. Deshalb sehen sich die meisten KIS nur im Funktionsbereich des Transfers, Speichern und Archivieren von klinischen Daten.

Beim Best-of-Breed-Konzept der UWS ist dies anders. Denn die Funktionsbereiche und Module die z.B. klinische Entscheidungen aktiv unterstützen oder Gerätedaten übernehmen und aufbereiten, sind schon heute Medizinprodukte und entsprechen damit nachweislich den hohen regulativen Qualitäts- und Sicherheitsstandards. Dies wiederum bringt Klarheit für den Betreiber und sein Risikomanagement nach DIN EN 80001-1.

Fazit

Es gibt sicher noch weitere Vorteile die hier aufgezeigt werden können. Wichtiger ist sicher die Message, dass die Best-of-Breed-Hersteller nun einen wirklichen Wettbewerb für klassische KIS-Hersteller darstellen und damit die Kliniken nun wirkliche Alternativen haben.

Info-Link: http://www.unitedwebsolutions.de

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